Meine erste Station: Jüterbog in Brandenburg. Auf das Flüchtlingsheim hier wurden gleich zwei Anschläge verübt:

Einer von den vier jungen Männern, die ich hier treffe, ist Hamid. Er ist vor neun Monaten aus Afghanistan gekommen. Er erzählt mir, was passiert ist:

Jüterbog ist alles andere als ein Einzelfall. Statistisch passieren solche Hassverbrechen gleich mehrmals am Tag, irgendwo in Deutschland:

Die nächste Station: Neuhardenberg, eine kleine Gemeinde nahe der Grenze zu Polen. Die Sticker an den Laternenpfählen sind deutlich:

Aber auch hier gibt es Menschen, die anderen helfen wollen und sich engagieren. Allerdings kann eine solche Haltung in Neuhardenberg gefährlich werden:

Nur ein paar Straßen weiter liegt der Fußballplatz. Vor ein paar Monaten wurde hier eine Gruppe Flüchtlinge verprügelt. Ich treffe einen von ihnen:

Hass|ver|brech|en, das: Eine Straftat getrieben von Vorurteilen und Hass gegenüber bestimmten Gruppen von Menschen.Definition: Office for Democratic Institutions and Human Rights

Ich will mit Politikern über die Hassverbrechen reden. Sebastian Striegel ist Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt. Sein Büro hat er in Merseburg, er wurde hier geboren.

Aus seinem Büro hat er ein „Grünenlokal“ gemacht: Ein Ort der direkten Demokratie - ins Gespräch kommen, reden, diskutieren. Für einige in Merseburg offenbar eine Provokation:

Berlin, S-Bahn-Station Landsberger Allee: Zwei Männer beschimpfen eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder. Sie spucken sie an, zeigen den Hitlergruß, bevor einer von ihnen die Hosen herunterlässt und auf eines der Kinder uriniert.

Ein 38-jähriger Somali wird in dieser Merseburger Flüchtlingsunterkunft in den Kopf geschossen. Mit einem Luftgewehr hat der Schütze vom gegenüberliegenden Park aus gezielt. Die Kugel kann entfernt werden, der Flüchtling überlebt.

Der 53-jährige Charles W. geht in das Limburger Obdachlosenzentrum in der Brückengasse. Als sein Zimmernachbar zusammen mit anderen Männern nach Hause kommt, nennen sie ihn „schwarzes Schwein“, schlagen und treten auf ihn ein, bis er sich nicht mehr rührt. Charles W. stirbt.

Das Team

Fotos und Videos Claudia Janke

Motion Design Lorenz Kiefer

Grafik Johannes Unselt

Programmierung Tobias Hellwig

Redaktion Jens Radü

Dokumentation des gesamten Projekts http://beyondtheactofhating.eu

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